AI Act
Zuletzt aktualisiert: 16.07.2026
Der AI Act ist die EU-Verordnung 2024/1689 zur Regulierung künstlicher Intelligenz. Für Anwender im Büroalltag sind vor allem zwei Regelungen relevant: die KI-Kompetenz-Regel (Art. 4, gilt seit dem 2. Februar 2025) und die Transparenzpflichten (Art. 50, gelten seit dem 2. August 2026).
Art. 4 verlangt von Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, nach besten Kräften für ausreichende KI-Kompetenz der Mitarbeiter zu sorgen, die damit arbeiten. Wichtig, weil es oft falsch dargestellt wird: Eine Schulungspflicht ist das nicht. Der AI Act schreibt kein Format vor, verlangt keine Bescheinigung, keinen Nachweis und knüpft an Art. 4 auch kein eigenes Bußgeld. Wer sein Team ordentlich einarbeitet, erfüllt die Erwartung — ob per Webinar, interner Runde oder Handbuch, entscheiden Sie. Die Transparenzpflichten aus Art. 50 sind dagegen echte Pflichten: Sie betreffen die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte und die Information von Personen, die mit einem KI-System interagieren.
Der AI Act arbeitet mit einem risikobasierten Ansatz: Verbotene Praktiken, Hochrisiko-Systeme, Transparenzpflichten und minimales Risiko werden unterschiedlich streng reguliert. Typische Büroanwendungen (Textentwürfe, Zusammenfassungen, Dokumentanalyse) fallen in die unteren Risikoklassen. Die Bußgeldrahmen reichen je nach Verstoß bis 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes, betreffen aber die schweren Verstöße, nicht die Kompetenz-Regel. Der AI Act ersetzt die DSGVO nicht. Beide gelten nebeneinander: Der AI Act regelt das KI-System, die DSGVO die personenbezogenen Daten darin.
Verwandte Begriffe
Anonymisierung · Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) · Datenminimierung · Lokale Verarbeitung
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